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Pommes rot-weiß  Herr Müller sieht die Welt

Pommes rot-weiß 

Wir berichteten bereits vom reichhaltigen kulinarischen Angebot, das Baumärkte mit den dazugehörigen Imbissbuden den Kunden bieten. 

Ernesto wollte, jetzt wo er herausgefunden hatte, wo es die knusprigsten Pommes gab, wissen, wie Pommes mit Ketchup und Mayo schmeckten. Senf schied ja als zur Verfügung stehende Soße schnell aus, weil die Pommes dann ungenießbar waren. Die Möglichkeit, sich Mayo und Ketchup über die Pommes zu kippen, traf jedoch seine Gourmand-Zunge umso mehr. Es stand nach wie vor die Entscheidung aus, ob man Pommes nur mit Ketchup oder nur mit Mayo genoss. Kein Mensch hätte beides gemischt. Aber dadurch dass beide nah beieinander auf den Pommes waren, ergab sich häufiger mal die Möglichkeit, das ein oder andere abwechselnd zu probieren. Die Idee des Mischens der beiden kam Ernesto zwar schnell, wurde aber auch ebenso schnell wieder von ihm verworfen. Die Mischung von Mayo und Ketchup war einfach nur „Bäh!“, so sagte er. Ketchup und Mayo musste also getrennt voneinander genossen werden. 

Nach wie vor war tunlichst darauf zu achten, dass die Pommes ihre Knusprigkeit behielten, was häufig genug gar nicht so einfach war. Ernesto ging dazu über, Mayo und Ketchup auf einen separaten Pappteller zum Dippen bereit zu halten, damit so die Knusprigkeit der Pommes gewahrt blieb. Sein Versuch, darüber hinaus Remoulade und Currysoße als Dip bereit zu halten, sorgte dafür, dass er alsbald jedes Mal, wenn er Pommes bestellte, von einer Vielzahl von Papptellerchen umgeben war, auf denen die Soßen drapiert wurden. Das Pappteller-Potpourri fand seine Krönung in der von ihm gerne genossenen Remoulade. Da diese aber vom jeweiligen Imbisswirt angefertigt werden musste mit sauren Gürkchen, die wiederum klein geschnitten werden mussten und dann Teil der Remoulade wurden, kam dieser zusätzliche Teller nur selten zum Einsatz. Zwar gab es dies auch fertig, aber Ernesto bevorzugte die handgemachte Variante. Sein Versuch, Currysoße und Remoulade zu mischen, wurde schnell von ihm verworfen, da es einfach nur grausam schmeckte. 

Nachdem Ernesto mehr oder weniger versehentlich in eine der ihn umgebenden Papptellern getreten war, stellte er fest, dass diese sich auch hervorragend als Fingerfarben eigneten. Die damit gemalten Bilder wurden in unserem Kiezimbiss fortan ausgestellt. Die anfängliche Vernissage zu Beginn der Ausstellung war in Künstlerkreisen hoch gelobt und Ernesto war als Pommes-Künstler in die Historie des Kiezes eingegangen. 

Die Hauptstadt  Kopfwürmer

Die Hauptstadt 

Es stand mal wieder ein Check-up Besuch in der Hauptstadt an. Natürlich waren die üblichen Sightseeing Programmpunkte auch dabei. Wie immer war ich eigentlich gerne da, aber leider muss ich auch nochmal ein bisschen nölen. Liebe Berliner, habt ihr alle Hornhaut am Arsch oder bin ich Mädchen? Eure Rollifreundlichkeit jedenfalls lässt noch stark zu wünschen übrig. Sehr cool sind die neuen U-Bahnwagen mit den bodentiefen Türen, leider jedoch kommen diese nur unregelmäßig, sodass man immer auf Hilfe beim Einstieg in die alten Waggons angewiesen ist. Der ständige Blickkontakt mit dem Zugführer ist zwar durchaus von Vorteil, hängt aber stark von der Lust des jeweiligen Zugführers ab. Der Unfall im Jahr 25 trug leider nur teilweise zur Verbesserung der Umsichtigkeit der Zugführer bei. Trotzdem trifft man immer auf sehr hilfsbereite Menschen, die stark bemüht sind, es einem zu ermöglichen, am öffentlichen Leben teilzunehmen, auch wenn dabei teilweise mein Rollstuhl zerlegt wurde . 

Zum Thema Hornhaut am Arsch bleibt mir nur zu sagen, dass die mit altem Kopfsteinpflaster versehenen Hofeinfahrten und Gehwege zwar sicherlich hübsch anzuschauen, aber für Rollifahrer leider eine Qual sind. Ich dachte, unsere Hauptstadt wäre da schon weiter, wie zum Beispiel in Kopenhagen, wo es trotz Kopfsteinpflaster immer eine Rollispur gibt, die glatt gepflastert ist, von den breiten Radwegen mal ganz zu schweigen. 

Unterhalb des Fernsehturms befindet sich die Ausstellung „Körperwelten“. Mal abgesehen von der Tatsache, dass man so viel unbekleidete Menschen und Menschenteile gerne sehen muss, fand ich das Warten auf Frau und Kind im Vorraum auch recht amüsant. Ich glaube ich mag mir lieber in der Fantasie ausmalen, wie der menschliche Körper funktioniert. Das lässt auch Raum für irrige Annahmen. Außerdem war der abschließende Cappuccino von mir sowieso höher geschätzt. 

Nach Sightseeing, ein bisschen Shoppen und U-Bahnfahren war dann auch genug mit Abenteuer. Den krönenden Abschluss unseres Hauptstadt-Besuchs bildete das vietnamesische Restaurant Lêlê, sehr zu empfehlen, aber ihr habt den Tipp nicht von mir. 

Alles in allem lässt sich resümieren: Berlin ist immer noch spannend, für Rollifahrer aber eben noch ausbaufähig. 

Hundehütte  Kowalski lebt

Hundehütte 

Nachdem ich Waltraut erzählt hatte, dass ich einen Bausparvertrag habe, erinnerte sie mich daran, dass sie ebenfalls über eine eigene Hundehütte verfügte, die nach wie vor ein trostloses Dasein in unserem Keller fristete. Dieses jahrelange zur Miete wohnen war ihr dann doch irgendwann zuwider und sie hatte beschlossen, wieder ihr Eigentum zu bewohnen. Sie war sich jetzt nur unsicher, in welchem Stadtteil sie dieses aufstellen sollte. 

Die Auswahl wohnlicher Stadtteile war ja relativ überschaubar. Von daher besorgten wir uns Wohnungsanzeigen, die ausdrücklich für Hundebesitzer und deren Anhang ausgeschrieben waren. Als wir dann aber bemerkten, dass das ein Auszug aus der gewohnten Umgebung bedeutet hätte, fragten wir nochmal bei unseren Vermietern nach, ob wir im Hof ein kleines Stück für Waltrauts Hundehütte haben könnten. Nachdem das positiv beschieden wurde, gingen wir daran, Waltrauts Hundehütte in unserem Hof aufzubauen. 

Neugierige Fragen der Mitbewohner des Hauses nach unserem Tun wurden mit ausschweifenden Erklärungen unsererseits zufrieden gestellt. Nachdem unser Tagwerk vollbracht war und die Hundehütte aufgestellt war, feierten wir dieses mit einer zünftigen Grillplatte im ortsansässigen Imbiss. 

Nach einigen Tagen fragte Waltraut sich und mich, was man denn so als zünftiger Hundehütten-Inhaber den ganzen Tag tun sollte. Die Idee eines Carports verwarf Waltraut, da sie ja kein Auto besaß. Also lud sie alle Tiere des Hauses herzlichst zu ihrer Hundehütten-Eröffnung ein. Für Ernesto, Ernie und Bert hatte sie nämlich extra eine Veranda gebaut, damit diese einen schönen Blick über den Hof hatten. 

Schnell waren die Bierbänke zur Einweihung auf der Veranda platziert. Die Schüsseln mit Salat, Würstchen und Grillfleisch warteten auf dankbare Abnehmer. Das Fest war so nett, dass die Hausgemeinschaft beschloss, diesen Termin in den Jahresplan der Hoffeste zu integrieren. Sie überlegten jetzt sogar, ob sie die Hoffeste unter wechselnde Motti stellen sollten. Nach anfänglicher Skepsis waren Waltraut und ich doch schnell davon überzeugt. Waltrauts Hundehütten-Eröffnung sorgte dafür, dass die Hausgemeinschaft noch stärker zusammenrückte. 

Ach wären doch alle Menschen wie Waltraut! 

Brücken  Herr Müller sieht die Welt

Brücken 

Wenn man sich nicht gerade im Mund befindet, dienen Brücken vor allem dazu, Menschen miteinander zu verbinden. Sie überwinden Flüsse, Straßen oder Schluchten. 

Der Anlass, der jetzt gerade Brücken zum Thema macht, war, dass Ernesto und ich über eine selbige fuhren, die laut Ernestos Bekundungen ganz schön hoch war. Dabei stellten wir fest, dass wir oft über Brücken fuhren. Das verbindende Moment von Brücken wurde uns bewusst, als wir mitbekamen, dass zum Beispiel Städte wie Hamburg über mehr Brücken verfügen als Venedig. Aber trotzdem gab es so etwas Bekanntes wie die Rialtobrücke in Hamburg nicht, es sei denn, man nimmt die Köhlbrandbrücke als ähnlich bekanntes Bauwerk hinzu. Dann wäre also die Köhlbrandbrücke die Rialtobrücke Hamburgs. 

Gerade in Städten wie Hamburg fällt auf, dass es dort relativ wenige soziale Brücken gibt. Jeder wurschtelt in seinem sozialen Umfeld. Schade eigentlich. Der Blick über den eigenen sozialen Horizont lohnt. Der soziale Brückenbau sollte hier mal mehr ausgebaut werden. Das Kennenlernen anderer Lebensweisen ist doch elementar zum Begreifen des Lebens, oder nicht? Das Verlassen ausgetretener Pfade führt eben nicht nur zu schmutzigen Schuhen, sondern auch zu mannigfaltigen, neuen Erkenntnissen. Deren Sinn und Zweck ist eben genau die Erweiterung des eigenen Horizonts. Dessen helle Strahlen sollte das eigene Handeln mit einem Ziel versehen. Gott sei Dank leben wir nicht mehr im Mittelalter, wo man Angst haben musste über die Kante der Welt zu fallen. Der soziale Sturz sollte also nicht mehr Teil des gegenwärtigen Handelns sein, vielmehr das gegenseitige Miteinander, weil es sehr viel erfolgversprechender als der Alleingang ist. Leider stehen uns oft Neid und Missgunst im Weg. Die Höhe der sozialen Brücken kann deswegen trotz meiner Höhenangst unendlich sein. Ernesto riss durch die Auswahl seiner Kumpels vom Kiosk sämtliche sozialen Brücken ein. Meine Angst vor hohen Brücken oder Höhe allgemein musste dann halt mal hinten an stehen. 

Der Sinn und Zweck von Brücken, Dinge zu überwinden, macht gerade im sozialen Kontext Sinn. Mauern gibt es ja leider ohnehin genug. Wie diese überwunden werden können, ist und bleibt ein Geheimnis, wohl deswegen, weil es kein allgemeingültiges Rezept gibt. 

Flohzirkus  Kowalski lebt

Flohzirkus 

Beim Besuch des ortsansässigen Flohzirkus in unserem Kiez vertraute mir Waltraut an, dass sie selber einen Flohzirkus ihr Eigen nennt. Auf meine Nachfrage, wie groß dieser sei, antwortete sie: verschieden groß. Mal mit den Neffen von Florian, mal ohne. Florian hatte eine große Familie, das war mir gar nicht so klar. Aber Waltraut war so lange beruhigt, wie sie noch alle Mitglieder der Familie mit Namen kannte. 

Mir war natürlich sofort klar, dass es ihr relativ unangenehm war, darüber zu reden, weil das auch einen gewissen Mangel an Hygiene beinhalten konnte. Als ich dann aber mitbekam, dass Flöhe relativ normal sind bei Hunden und sie kein Zeichen mangelnder Hygiene bedeuten, waren ich und sie schließlich beruhigt. Zwar gab es Flohhalsbänder, aber diese rochen – laut Waltrauts Bekundungen – sehr unangenehm und ersetzten letztlich auch keine Hygiene. 

Neben Florian und seiner Familie gab es da noch die Gräfin Florentine von und zu Schmettin, die höchsten Wert auf ihren Namen und ihre Abstammung legte. Schließlich war ihr Ur-Großvater Floh bei Bismarck, dieser lebte dort unter der Uniformkappe. Aber, laut Florian, war sie mit ihrer überkandidelten Art ohnehin keine angenehme Nachbarin. Die üblichen Nachbarschaftsstreitigkeiten bekamen bei ihr immer gleich staatstragende Bedeutung. 

Waltraut hatte sich, ohne mein Wissen, mit Florian darauf geeinigt, dass er seinen Verwandten Bescheid gab, dass sie sich andere Wohnorte suchten. Florentine von und zu Schmettin tat es sowieso nicht unterhalb einer adligen Abstammung. Man könnte jetzt schnell versucht sein zu denken, Waltraut wäre adliger Abstammung, aber nein, dem war nicht so. Die Gräfin hatte sich schlicht und ergreifend geirrt, als sie Waltraut als Heimstätte aussuchte. Natürlich zog sie daher freiwillig auf einen angemessenen Hausherren um. Der Stammbaum ist also auch für die Bewohner von Hunden wichtig, nicht nur für den Hund selber. 

Waltraut wurde deutlich, dass die Herkunft ihrer Flöhe für das Endergebnis (Jucken) kein Unterschied macht. Wichtig war Waltraut nur, dass ihr als Hausherrin Friede in ihrem Fell herrschte. 

Ach wären doch alle Menschen wie Waltraut! 

Bauernhof  Herr Müller sieht die Welt

Bauernhof 

Nach unseren Ausflügen in die größeren Städte Deutschlands hatte Ernesto jetzt mal die Idee, an einer ruhigen Örtlichkeit in unserer näheren Umgebung zu verweilen , weil ihm der Besuch der Städte doch zu anstrengend war. Also beschlossen wir, unseren nächsten Urlaub auf dem Bauernhof zu verbringen. 

Nach anfänglichen Berührungsängsten mit den Tieren des Hofes hatte es Ernesto vor allem der Kuhstall angetan, weil die Kühe vor sich hin wiederkäuten und auf Ernesto eine große Ruhe ausstrahlten. Erst nach einiger Zeit merkte er, dass die Kühe in ihren Boxen angekettet waren und wohl deswegen so ruhig dastanden. Außerdem wurde er leider von einem Kuhfladen getroffen, was ihn bis ins Mark erschüttern ließ. Er war so sehr von den Socken, dass es einige Tage brauchte, um mit mir darüber reden zu können. 

Nachdem er sich von dem Schreck des Kuhfladens erholt hatte, ließ sich Ernesto von mir durch den Kuhstall fahren mit dem einrädrig angetriebenen Fütterungstransporter. Nach der Attacke der Kühe war Ernesto ansonsten relativ gesättigt, was den Besuch des Kuhstalls anbetraf. 

Er fand die jungen Katzen, die gerade auf dem Hof die Welt neu entdeckten jetzt spannender. Die Katzen zeigten sich zunächst irritiert ob der Langsamkeit Ernestos, gewöhnten sich aber schnell daran. Seine Anstrengungen mithilfe der Katzen den Hofhund zu ärgern, wurden alsbald von Erfolg gekrönt. Der Hofhund hatte eine Hütte, in der er seinen Mittagschlaf zu tätigen pflegte. Die Katzen hatten die Schüssel mit Wasser genau vor den Hund platziert, sodass er bei jeder Bewegung hineintapsen müsste. Als plötzlich ein Postauto auf den Hof gefahren kam (Ernesto hatte ein Paket bestellt), sprang der Hund auf, tapste voll in die Wasserschale und war klatschnass. Für Ernesto ergab sich so die Möglichkeit, den Katzen zu zeigen, dass gute Ideen und Witzigkeit nicht unbedingt etwas mit Schnelligkeit zu tun haben muss. Auch hier galt: In der Ruhe liegt die Kraft! 

Das Erlebnis mit dem Kuhfladen war offensichtlich von prägender Wirkung, weil Ernesto zurück zu Hause noch Tage davon erzählte und nicht von dem Hofhund und den jungen Katzen. Ernesto wollte zukünftig nicht mehr auf den Bauernhof, sondern hatte die Idee, seinen nächsten Urlaub im Tierheim zu verbringen, weil – so seine Logik – dort gab es Hunde und Katzen im Überfluss, mit denen er neue Streiche aushecken konnte. 

Bla bla Teil 2  Kopfwürmer

Bla bla Teil 2 

Der Einbau eines Fahrstuhls (siehe Bla bla Teil 1) für die Bewältigung der Stockwerke war von den Bewohnern mit Beifall begrüßt worden. Das Fahren in selbigem musste aber zunächst erst einmal geübt werden. Nicht jeder war mit der Arbeitsweise eines Fahrstuhls vertraut. Weder durfte man die Zahlen addieren noch subtrahieren, sie gaben schlicht und ergreifend das Stockwerk wieder, in dem die Türen geöffnet und geschlossen wurden. 

Nachdem mathematische Probleme geklärt waren, konnte der Fahrstuhl völlig unbefangen benutzt werden. Seine Gefahren waren übersichtlich und beschränkt. Nur selten fuhr er in die Randbezirke des Treppenhauses, sprich Keller und Dachgeschoss. Die Tatsache, dass Ernesto und Herr Müller im Dach wohnten, sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass insbesondere die mittleren Stockwerke stärker frequentiert waren und Fahrten des Fahrstuhls in den 4. Stock eher die Ausnahme denn die Regel waren. 

Die Idee des Fahrstuhleinbaus der 4 (Ernie, Bert, Waltraut und Ernesto) traf so nach anfänglicher Verunsicherung voll die Zufriedenheit der Bewohner des Hauses. Die anfängliche Verunsicherung wich einer allumfassenden Zufriedenheit mit dem neuen Fortbewegungsmittel zur Bewältigung der Stockwerke. 

Die 4 überlegten sich, ob sie sich in dem Fahrstuhl eine Art Loge oder Balkon einbauen sollten, damit sie das im Treppenhaus Geschehene weiterhin munter kommentieren konnten. Wie gedacht, so getan. Die 4 verfügten jetzt über eine Fahrstuhl-Loge, wie sie so wohl einzigartig in ihrer Machart war. Waldorf und Stetner wären wohl neidisch gewesen (Muppet Show Seher wissen, wer gemeint ist). Dass die Fahrstuhl-Loge schnell zur Attraktion des Kiezes wurde, muss hier wohl nicht gesagt werden. 

Liebe Leser, das vermeintliche Bla bla konkretisiert sich hier in der Präzision der Situation. Die Situation wird offensichtlich im Aufzug zwischen den Stockwerken. Erst wer hochfährt, kann tief fallen. Im Erdgeschoss geht das weniger und im Keller gar nicht. 

In diesem Sinne: Gut „geblat“ ist halb gewonnen, hugh! 

Bla bla  Kopfwürmer

Bla bla 

Liebe Leser, 

dieser Text steht in der Rubrik Kopfwürmer, obwohl die Charaktere Ernesto (Herr Müller) und Waltraut (Kowalski) darin vorkommen. Lassen Sie sich davon nicht verwirren. Die Rubrik Kopfwürmer fasst aber alles am besten zusammen. Viel Spaß beim Lesen! 

Neben der Wohnungstür stand seit Jahren eine Blumenvase samt Blume, seit Jahren wurde vergessen, sie zu gießen. Da es eine Kunststoff-Blume war, waren die Folgen für die Pflanze nicht so dramatisch. Aber wäre sie echt gewesen, hätte es für sie fatale Konsequenzen gehabt. So aber ging nur der Staub des Treppenhauses seit Jahr und Tag auf sie nieder. Schön war ihr Anblick schon lange nicht mehr. Da sich aber selten jemand in den 4. Stock verirrte, war die Anzahl derer, die es hätten bemerken können, eher gering. Das Leben als Kunstblume war ja auch eher monoton. Dennoch passierte ständig was im Treppenhaus, mal vom Staub abgesehen, der unablässig auf die Blume niederging. 

Ernesto, Ernie und Bert (aufmerksame Leser werden sich an sie erinnern) hatten um der Monotonie mal etwas Unterhaltung entgegen zu setzen, beschlossen, sich im Treppenhaus bzw. auf dem Fenstersims des 1. Stocks niederzulassen. Ernestos Betrachten der Raufasertapete aus Langerweile hatte dafür gesorgt, dass er dadurch eine Bindehautentzündung bekam und so also um Alternativen bemüht war. Waltraut setzte sich auf den Fußboden zu den Füßen der Schildkröten. Im Laufe der Zeit sorgte sie noch dafür, dass an dieser Stelle eine Decke lag, auf die sie sich legen konnte. Mit Wonne beobachteten die vier das illustre Treiben im Treppenhaus. Die Bewohner des Hauses taten sich insbesondere durch eine sehr gründliche Auslegung der Treppenhaus-reinigungs-Woche hervor. Der Fußboden war so sauber, dass man davon hätte essen können, so fiel es den vier Beobachtern auf. Aber nur die wenigsten Hausbewohner verlegten ihr Picknick ins Treppenhaus. Hauptbeschäftigung der Bewohner im Treppenhaus war nach wie vor das Treppensteigen. Dass das Treppensteigen für die meisten Bewohner des Hauses im Laufe der Jahre beschwerlicher wurde, ließ sie darüber nachdenken, bei der Hausverwaltung einen Treppenlift für jedes Stockwerk zu beantragen oder alternativ einen Fahrstuhl einbauen zu lassen. Platz dafür wäre da gewesen…(to be continued). 

Milky Way  Herr Müller sieht die Welt

Milky Way 

Es gab mal früher vor Jahren eine Reklame von Milky Way: Es sei so leicht, es schwimme sogar in Milch. Angespornt von dieser Werbung wollte Ernesto ein Bad in der Milch nehmen. Außerdem habe er gehört, dass Cleopatra ja auch immer in Eselsmilch gebadet hätte. Sie könne also nur gut sein für den Teint, so war Ernestos Überzeugung. Nach einigen Schwimmbewegungen ging Ernesto aber unter wie ein Stein – so viel zum Thema Realität und Werbung. Völlig frustriert oblag es dann mir, ihn wieder aufzubauen. Außerdem war der Teint bei gepanzerten Wesen relativ unerheblich, so stellte er fest. 

Seine Bemühungen um einen zarteren Teint waren aber dahingehend erfolgreich, dass jetzt immer alle Welt Ernesto streicheln wollte. Alle Welt fand Ernesto jetzt soooo süß und zart, egal wo wir waren, auch mitten auf der Straße, vor Einkaufsläden und natürlich auf dem Spielplatz wollten alle ihn streicheln. Das jedoch missfiel ihm so sehr, dass er alsbald wieder in Wasser sein Bad nahm. 

Die gewohnte Umgebung im Wasser sorgte auch dafür, dass Ernesto in alte Verhaltensmuster zurückfiel: Er begann infantile Spielchen zu spielen. Er konnte sich stundenlang mit ihnen beschäftigen und sich über sie totlachen. Dass sie bei mir bestenfalls ein Schmunzeln hervorriefen, interessierte dabei wenig. Infantile Spielchen konnten sein, sich zum Beispiel die Pfoten vor die Augen zu halten und zu sagen „Such mich!“ oder sich hinter einer Wohnungsecke zu verstecken und dabei gar nicht zu bemerken, dass man die ganze Zeit aus dem Nachbarzimmer voll zu sehen ist. 

Eines dieser Versteckspiele sorgte dafür, dass Ernesto hinter einer Tür stand und glaubte mal wieder nicht gesehen zu werden. Erst als es laut krachte und er durch die Wohnung purzelte, bemerkte er seinen Denkfehler. Mit der Beweglichkeit der Tür hatte er nicht gerechnet. Natürlich war Ernesto jetzt daran gelegen, möglichst leichtfüßig durch die Welt zu stapfen. Dies klappte mal mehr, mal weniger erfolgreich. Zumeist waren seine Erfolge, so leicht wie Milky Way zu wirken, von geringem Erfolg gekennzeichnet. Ernesto beschränkte sich jetzt darauf, Milky Way zu essen, in der Hoffnung vielleicht bald für Milky Way zu werben. Er stellte aber schnell fest, dass es eher zu einer Zunahme des Gewichts führte. 

Fazit: Um in Milch zu schwimmen, braucht man nicht nur einen Freischwimmer, sondern auch den nötigen Auftrieb.