Kopfwürmer
Die Hauptstadt
Es stand mal wieder ein Check-up Besuch in der Hauptstadt an. Natürlich waren die üblichen Sightseeing Programmpunkte auch dabei. Wie immer war ich eigentlich gerne da, aber leider muss ich auch nochmal ein bisschen nölen. Liebe Berliner, habt ihr alle Hornhaut am Arsch oder bin ich Mädchen? Eure Rollifreundlichkeit jedenfalls lässt noch stark zu wünschen übrig. Sehr cool sind die neuen U-Bahnwagen mit den bodentiefen Türen, leider jedoch kommen diese nur unregelmäßig, sodass man immer auf Hilfe beim Einstieg in die alten Waggons angewiesen ist. Der ständige Blickkontakt mit dem Zugführer ist zwar durchaus von Vorteil, hängt aber stark von der Lust des jeweiligen Zugführers ab. Der Unfall im Jahr 25 trug leider nur teilweise zur Verbesserung der Umsichtigkeit der Zugführer bei. Trotzdem trifft man immer auf sehr hilfsbereite Menschen, die stark bemüht sind, es einem zu ermöglichen, am öffentlichen Leben teilzunehmen, auch wenn dabei teilweise mein Rollstuhl zerlegt wurde .
Zum Thema Hornhaut am Arsch bleibt mir nur zu sagen, dass die mit altem Kopfsteinpflaster versehenen Hofeinfahrten und Gehwege zwar sicherlich hübsch anzuschauen, aber für Rollifahrer leider eine Qual sind. Ich dachte, unsere Hauptstadt wäre da schon weiter, wie zum Beispiel in Kopenhagen, wo es trotz Kopfsteinpflaster immer eine Rollispur gibt, die glatt gepflastert ist, von den breiten Radwegen mal ganz zu schweigen.
Unterhalb des Fernsehturms befindet sich die Ausstellung „Körperwelten“. Mal abgesehen von der Tatsache, dass man so viel unbekleidete Menschen und Menschenteile gerne sehen muss, fand ich das Warten auf Frau und Kind im Vorraum auch recht amüsant. Ich glaube ich mag mir lieber in der Fantasie ausmalen, wie der menschliche Körper funktioniert. Das lässt auch Raum für irrige Annahmen. Außerdem war der abschließende Cappuccino von mir sowieso höher geschätzt.
Nach Sightseeing, ein bisschen Shoppen und U-Bahnfahren war dann auch genug mit Abenteuer. Den krönenden Abschluss unseres Hauptstadt-Besuchs bildete das vietnamesische Restaurant Lêlê, sehr zu empfehlen, aber ihr habt den Tipp nicht von mir.
Alles in allem lässt sich resümieren: Berlin ist immer noch spannend, für Rollifahrer aber eben noch ausbaufähig.