Kowalski lebt
Hitze
Seitdem sich in den letzten Jahren endlich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass wir wohl doch maßgeblich zur Erwärmung des Klimas beigetragen haben, mussten wir jetzt Maßnahmen finden und ergreifen, diese zu stoppen.
Es wäre höchste Eisenbahn, dass dieser Umstand von allen anerkannt wird. Aber solange ein Präsident im Weißen Haus regiert, der nach wie vor die NRA für den größten Verteidiger des privaten Waffenbesitzes hält und dieses positiv bewertet und den Klimawandel nach wie vor leugnet, steht dies wohl nicht an.
Spätestens wenn in einem Café neben einem sich Inder Luft zuwedeln, scheint es doch relativ warm zu sein. Der Umstand, dass wir aus Klimafluchtgründen hoch in den Norden zum Urlauben gefahren sind, die Hitze uns aber verfolgte und dort für Temperaturen von 30-35 Grad sorgte, trug bei uns einmal mehr zum Bemerken des Klimawandels bei.
Große Hitze war ja allgemein schon schwer zu ertragen. Nochmals bedrohlicher wurde dies für bodennahe Hunde, wie Waltraut einer war. Versiegelte Flächen stellten eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle für sie dar. Das Stichwort Versiegelung war insbesondere in urbanen Regionen von Belang, erhitzten sich diese doch merklich schneller als Naturböden.
Unsere Klimaflucht machte also gar keinen Sinn mehr. Es blieb uns nur die Frage, ob wir unser Verhalten anpassen konnten oder mit dem Presslufthammer alle versiegelten Flächen aufzubrechen seien. Wie auch immer, wir mussten dringend etwas gegen die zunehmende Hitze unternehmen. Insbesondere die vielfach-Nutzer umweltschädlicher Fortbewegungsmittel sollten sich mal fragen, ob diese Art der Fortbewegung nicht nur sie weiterbringt, die Mehrheit aber unberücksichtigt lässt.
Waltraut war der Überzeugung, dass sie ja mit dem Beinheben an Laternenmasten zur Abkühlung des Klimas beitrüge. Trotzdem musste sie erkennen, dass dies wohl offensichtlich nicht genügte. Die von ihr initiierte Aktion einer Unterschriftenliste für mehr Springbrunnen in unserem Stadtteil trug so neben dem Aufbrechen der versiegelten Flächen zu einer merklichen Abkühlung des städtischen Klimas bei.
Ach, wären doch alle Menschen wie Waltraut!