Kaba  Herr Müller sieht die Welt

Kaba 

Trotz der Ähnlichkeit im Namen hat Kaba nichts mit Kuba zu tun, obwohl die Pflanzen, die für Kaba benötigt werden, auch auf Kuba wachsen würden, aber nö, Kaba und Kuba sollten hier nicht verwechselt werden. Trotzdem schmeckte mir Kaba zum Frühstück ausgesprochen gut, auch wenn ich mein Frühstück nur selten auf Kuba einnahm. 

Ernesto sah mich Kaba trinken und wollte auch davon probieren. Seine Erfahrung mit Traubenzucker ließ ihn hoffen, dass Kaba vielleicht eine ähnliche Wirkung auf ihn hätte. Leider blieb der erwartete Erfolg aus, trotzdem schmeckte es ihm deliziös. 

Dass Kaba und Kuba nur vom Wortlaut ähnlich waren, wurde Ernesto spätestens dann klar, als wir einmal auf Kuba waren und Ernesto dort Kaba trinken wollte. Es gab keinen. Die Funktionsweise internationaler Handelsbeziehungen war ihm nicht klar. Es oblag dann mir, ihm diese näherzubringen. Zum Verhältnis von Kuba und Kaba fiel mir aber auch nichts ein. Vielleicht mussten wir uns einfach damit abfinden, dass Kaba gut schmeckt, egal wo man auf der Welt ist und dass Ernestos Namensgeber Ernest Hemingway auch oft auf Kuba weilte, dort aber eher selten Kaba trank. Zum Verhältnis von Kaba und Hemingway lässt sich nur noch sagen, dass Hemingway ja auch starker Genussmensch war, ihm also Kaba sicherlich sehr geschmeckt hätte, aber das lässt sich nur in das Reich der Vermutungen abschieben. Sicher hingegen ist, dass Hemingway oft auf Kuba weilte. Was er dort im Detail tat, weiß nur er selbst. 

Zurück zu Kaba: Der ursprünglich farbgebende Kakao ist hier leider stark aufgezuckert und mit anderen Inhaltsstoffen versetzt. Überhaupt ist das viel billigere Streckmittel Zucker zu Hauf darin enthalten. Ernesto bemerkte, dass wohl die Wirkung des Kabas auf ihn nicht in seiner Kakaohaltigkeit, sondern viel mehr in seinem hohen Zuckeranteil begründet lag. Als Konsequenz daraus versuchte Ernesto jetzt mal auf jeglichen Zucker zu verzichten oder ihn zumindest zu minimieren. Aber reiner Kakao schmeckt sehr bitter, das weiß jeder, der mal mit reinem Kakao gebacken hat. Für Ernesto ergab sich daraus, dass er sein eigenes Kaba mixte. Er nahm Kakaopulver, ein wenig Zucker und schwupp hatte er sein eigenes Kaba! Das schmeckte zwar nicht ganz so süß, dafür aber viel Schokoladiger! Die von Ernesto erdachte Vermarktung blieb dann aber doch aus. 

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