Seifenblasen  Herr Müller sieht die Welt

Seifenblasen 

Als wir auf einem Straßenfest in unserem Kiez an einer Seifenblasen-Maschine vorbeikamen, fragte Ernesto mich, wieviel so eine Seifenblase wohl an Traglast hätte. Hintergrund war seine Vorstellung, mit so einer Seifenblase durch die Lüfte zu fliegen. Als ich ihm dann aber sagen musste, wie gering die Tragfähigkeit von Seifenblasen war, gab er seine Idee auf. Seine Idee, damit durch die Lüfte zu fliegen und zum Spielball des Windes zu werden, war dahin. 

Dennoch beharrte Ernesto auf seiner Idee und wollte stattdessen ausprobieren, wie viele Ballons mit Helium gefüllt werden müssten, um ihn tragen zu können. Es waren erstaunlich wenige, nur 10 oder so. Jedenfalls ermöglichten sie so Ernesto das Schweben durch die Lüfte. Wenn er abrupt aufstieg, platzten einige Ballons und seine Höhe wurde so kontinuierlich beibehalten. 

Meine zunächst geäußerten Befürchtungen lösten sich doch recht schnell in Luft auf. Ernesto erkannte meine Motivation und beruhigte mich dahingehend, dass ihm schon nichts passieren würde und dass er selber ja auch nicht möchte, dass ihm etwas passiere. Also stieg ich in einem Fesselballon mit nach oben und sicherte so Ernesto. Ernestos Vorstellungen von dem Rundflug mithilfe der Seifenblasen musste dahingehend korrigiert werden, dass es jetzt eben Luftballons waren, mit deren Hilfe er einen Rundflug unternahm. 

An einer Leine gesichert flog ich so mit Ernesto Gassi und wir wurden wieder einmal zu einer Attraktion unseres Kiezes. So langsam hätten wir einen eigenen Stadtführer herausbringen können. Angekommen vor unserem Stammimbiss wurde jetzt Ernesto auch das von ihm Verlangte an Ballonen zu ihm hinauf gelassen. Unbewusst sorgte Ernesto so dafür, dass er weniger aß, weil schwere Nahrung ja nicht mit dem Ballon transportiert werden konnte. So trug Ernestos Vorliebe für Ballonfahrten auch zu einer schlanken Linie bei. Er überlegte schon, ob er gemeinsam mit dem Kiez-Imbiss eine eigene Speisenserie für Ballonfahrer herausgeben sollte. Da die Zielgruppe aber zu klein war, nahm der Wirt des Imbisses aber wieder davon Abstand. 

Ernestos anfängliche Idee, mit Hilfe der Seifenblasen durch die Lüfte zu fliegen, wurde so – durch Ballone ersetzt – dennoch zum Erfolg. Erstaunlich war die geringe Anzahl der benötigten Ballone. Der Rundblick – laut Ernestos Bekundungen – war einmalig! 

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